Essen, Besuch, Party.

24. November 2009

3 Wochen. 3 Wochenenden. Die Überschrift sagt das Wesentliche. ;)

Ich muss zugeben, dass ich im Moment etwas schreibfaul bin, hoffe aber, dass ich trotzdem ne angemessene Länge zustande bringe! So richtig viel ist in den letzten Wochen auch gar nicht passiert. Aber ich fang mal wieder mit der Klinik an.

letzter Abend bei den Franzosen - super Bild, leider keine Ahnung, was das fürn Song war :)

(noch mal) letzter Abend bei den Franzosen - super Bild, leider keine Ahnung, was das fürn Song war :)

Vor 3 Wochen habe ich in der MAVA angefangen. Habe ja beim letzten Mal schon erklärt, was das genau ist. Im Grunde war es ganz interessant, aber leider nur am Vormittag. Morgens haben wir uns unsere Patienten am Computer angeguckt: Laborwerte, Medikation, irgendwelche Maßnahmen. Dann immer in unterschiedlicher Reihenfolge mit den Schwestern über Änderungen gesprochen, weitere Vorgehensweise mit dem Oberarzt abgestimmt und die Visitenrunde gedreht (mit oder ohne Oberarzt, je nach Person unterschiedlich) . Nachmittags haben dann die Ärzte den Kram vom Vormittag diktiert, Arztbriefe geschrieben, Entlassungsbriefe fertig gemacht, etc. Da die MAVA keine Praxis angeschlossen hat, gabs also dann nicht viel für mich zu tun und so bin ich meistens auch schon zum Mittagessen gegangen.
Aus eigenem Interesse habe ich am vorletzten Tag dann mal gefragt, ob ich vielleicht auch mal einen Tag auf der richtigen Notaufnahme vorbeischauen könnte. Die Antwort war dann etwas ernüchternd: “Natürlich, eigentlich gehen da alle Studenten von der MAVA mindestens eine Woche hin”, da ich aber sowas wie nen Stundenplan für die einzelnen Placements nie gesehen habe, konnte ich das ja nicht riechen. Sehr sehr ärgerlich, denn der letzte Tag auf der Notaufnahme war super! Gleich die erste Patientin (morphinabhängig) hat sich nach ner klaren Ansage, dass es jetzt erstmal kein neues Rezept für Morphium gibt, auf der Toilette mit ner Glasscherbe beide Unterarme aufgeritzt. Ist nicht viel passiert, zumal sie selbst den Alarm betätigt hat. Aber spektakulär allemal. :)

Niki als Koch

Niki als "Koch"

Seit gestern bin ich jetzt auf meiner letzten Station in Schweden angekommen: 4 Wochen lang Nephrologie (=Niere). Zusammen mit mir hat noch ein schwedischer Student angefangen, der seit 7 Jahren in Schweden lebt und das komplette Studium hier macht. Eigentlich kommt er aus Kansas, USA (die Get Up Kids kannte er aber wohl trotzdem nicht. Der Banause.), somit ist die Kommunikation mit ihm schon mal gar kein Problem.
Aus mittlerweile nicht mehr nachvollziehbaren Gründen habe ich aber am Anfang zu den Ärzten gesagt, dass es ok ist, das ganze in Schwedisch zu versuchen. Als Dank gabs vom Oberarzt dann direkt schnellstes Stockholmer Schwedisch und ich hab kaum was verstanden. Meine Bitten langsamer zu sprechen hielten dann immer so 10 Minuten und irgendwann war es mir auch zu blöd… das war gestern. Heute war ich mit jemand anderem unterwegs und es war deutlich besser. Für nen Fazit isses aber wieder mal zu früh… später dann!

So dann jetzt zu den Wochenenden :)

Was ist was beim International Dinner

"Was ist was" beim International Dinner (grade erklärt Saara)

Am ersten hatte Saara (Finnin, studiert auch Medizin) eine Freundin aus Helsinki zu Besuch und zu dem Anlass ein Internationales Dinner organisiert. Mehrere Freunde waren eingeladen und sollten jeweils etwas landestypisches beisteuern. Ich habe mich mit 3 anderen Deutschen zusammengeschlossen und wir haben Kartoffelsalat, Milchreis und selbst gemachte Laugenbrezel zubereitet. Der Milchreis war sehr lecker, aber der absolute Knaller waren unsere Laugenbrezel und dementsprechend auch sofort vergriffen. Wenn ich jetzt dran denke, kriege ich schon wieder Hunger ;)  Aber auch alle anderen Spezialitäten waren umwerfend gut und es blieb sogar soviel über, dass jeder noch Tupperdosen befüllen konnte: 2 Tage kein kochen für mich… :)
Nach dem Dinner gings dann wieder mal nach Flamman in die Disco. Mangels Alternativen in diesem Städtchen hier. War wie immer. Lustig irgendwie, aber leider wird das mit der Dauer einfach echt langweilig da. Vielleicht lags auch daran, dass ich ausnahmsweise nicht viel getrunken habe, weil ich mich nach all den schlimmen Wochenenden mal erholen wollte.

unsere Brezel im Endresultat - soo lecker!

unsere Brezel im Endresultat - soo lecker!

Am zweiten Wochenende kam Jenny noch mal zu Besuch! Dieses mal wegen der Finanzen einfach hier nach Linköping. Aber auch, um neben den Franzosen, die wir schon letztes mal in Stockholm getroffen haben, meine anderen Freunde kennenzulernen. Passenderweise und trotz vorheriger Ankündigung haben sich aber an dem Wochenende alle relevanten Leute aus dem Staub gemacht, so dass wir außer Steffi (Marburg) und Niki (München) niemanden treffen konnten. Wochenende war trotzdem super. Wir waren wieder beim Eishockey (6:2 Sieg), in ner großen Mall im Einkaufsgebiet, haben riesengroße Pizzen vom Bringdienst verdrückt und uns einen der schlechtesten Filme aller Zeiten im Kino angeguckt (”trubble i paradiset” auf Schwedisch, “couples reatreat” auf Englisch, “All Inclusive” auf Deutsch). Gutes Wochenende!

Thankgsgiving-Dinner. Nicht zu sehen: Das Buffet!

Thankgsgiving-Dinner. Nicht zu sehen: Das Buffet!

Letztes Wochenende standen 3 Partys an, von denen ich aber nur 2 geschafft habe. Wahrscheinlich haben mir die 2 Wochen (mehr oder weniger) Abstinenz eher geschadet ;)
Donnerstag haben die beiden Berliner Mediziner ein Thanksgiving-Dinner veranstaltet, eine Woche zu früh, die Gründe dafür habe ich nicht so richtig verstanden, waren mir aber auch nicht so wichtig. Auf jeden Fall war es so richtig amerikanisch, schon alleine dadurch, dass die Hälfte der 9 Gäste Amis waren. Ohne den Gastgebern zu nahe zu treten, waren die beiden Highlights jeweils von den Amerikanern zubereitet: Grüne Bohnen mit Mandeln (!!) und der Pumpkin-Pie (Kürbis-Kuchen) zum Dessert! Wow! :)
Pünktlich zum Ende gegen viertel vor 10 bin ich dann zu ein paar anderen Freunden gestoßen und wir sind zusammen (aus Ermangelung von Alternativen) ins Platå gegangen. Club scheiße wie immer. Musik noch beschissener. Und leider auch die Stimmung nicht so klasse. Gegen 1 gegangen.
Freitag dann auch wieder nichts spektakuläres. Zumindest jetzt nicht mehr, weil es einfach jedes Wochenende stattfindet und das auch nur, weil es keine Alternativen gibt: Erst Korridorparty, dann Flamman. Gähn!! War trotz allem aber lustig, was daran liegen könnte, dass ich im Gegensatz zum Besuch vor 2 Wochen, etwas mehr getrunken habe. Traurig aber wahr…

Samstag hätte das einzig interessante angestanden, ich war aber Katertechnisch zu nichts zu gebrauchen. In Flamman (wo auch sonst) fand das “Indie Allsång” statt. Ein großes sing-along! Eine Band spielt auf der Bühne bekannte Indie-Songs auf englisch und schwedisch und alle Besucher singen mit. Hätte lustig sein können, ich war nicht da.

Brezel in der Mache

Brezel in der Mache

Wer hätte gedacht, dass ich Marburg mal für sein Nachtleben beneiden würde. Hier in Linköping gibt es leider für jeden Abend nur einen “Club”, in den man gehen kann. Allein schon für die Auswahl könnte man Marburg beneiden, wenn das noch nicht reicht: Innerhalb von einer Stunde kann man in Kassel oder Frankfurt sein – davon kann man hier nur träumen…
Aber was solls – wahrscheinlich ist das hier echt nur Jammern auf hohem Niveau. Am Anfang wäre mir im Traum nicht eingefallen, dass ich mich über Korridorpartys beschweren würde, aber irgendwie wird halt alles mal Alltag und langweilig, wenn man es nur oft genug macht.

Das es hier allmählich aufs Ende zu geht merkt man mittlerweile fast täglich. Ob es Infos sind, wie ich mein Zimmer zu hinterlassen habe, oder die Bestätigung, dass mein Internetaccount zum 20.12. gekündigt wurde – alles zeigt deutlich, dass ich bald nach hause komme.

Erwähnenswert ist auch, dass wir mittlerweile bei nur noch ca. 7 Stunden Tageslicht angekommen sind. Zusammen mit dem fast durchweg grauen Himmel wirkt das herrlich auf die Stimmung. Und es wird täglich schlimmer. Heute war da eine Ausnahme, Sonne und erträgliche 8 Grad. Habe das zum Anlass genommen, früher aus dem Krankenhaus abzuhauen und eine Runde durch den Wald zu joggen – man muss ja nehmen, was man kriegen kann.

Leider habe ich nicht so viele Fotos gemacht in den letzten Wochen, wie man auch an diesem Beitrag sieht. Nächstes mal gibts dafür hoffentlich richtig schöne von den “Novemberlights” hier in Linköping. Seit einer Woche gibt es nämlich in der ganzen Innenstadt verteilt zum Teil überwältigende Licht-Illuminationen. Werde da demnächst mal mit der Kamera durchlaufen :)

Abschied, Eishockey & Halloween

03. November 2009

Da wollen wir doch mal wieder.

Angefangen mit der Pflicht: Die letzten beiden Wochen in der Anästhesie waren grundsätzlich immer noch super, leider “musste” ich in der letzten Woche einem Arzt folgen und nicht wie in den beiden vorangegangen Wochen eine Krankenschwester. Prinzipiell ist das besser, weil ich so nicht gezwungen war, bei einer Operation zu bleiben, bis die Chirurgen ihr Werk vollbracht haben, sondern dem Arzt zu allen laufenden OPs folgen konnte, für die er zuständig ist.

Mein Korridor... The Jungle - unschwer zu erkennen!

Mein Korridor... "The Jungle" - unschwer zu erkennen! Hinten vor Kopf ist die Eingangstür.

Dummerweise war mein Herr Doktor ne faule Socke und somit haben wir, wenn ich Glück hatte, bei der Einleitung der Narkose geholfen und ab und zu auch beim Aufwachen. Oft hat er aber auch einfach gesagt: “Das machen die Schwestern schon”. Wenn wir da waren, durfte ich auch wie gewohnt alles machen, aber manche seiner Patienten hat der gute Herr nicht einmal gesehen… Somit war diese Woche geprägt von Kaffee trinken und meinem Arzt beim eMail-Schreiben zugucken. Dementsprechend froh war ich am Donnerstag, als es endlich vorbei war.

Mitten in der angesprochenen Woche habe ich mir auch meine “Neue Grippe”-Impfung abgeholt und war am folgenden Tag völlig außer Gefecht gesetzt. Fieber und so. Aber nach ziemlich genau 24h war der Spuk auch genauso schnell wieder vorbei, wie er gekommen war.

Seit gestern bin ich in meiner neuen Station angekommen. Sie schimpft sich “MAVA” und ist im Grunde eine Internistische Akutstation. Wir kriegen keine direkten Notfälle, sondern sind sozusagen die zweite Station. Patienten die stabil genug sind um aus der Notaufnahme verlegt zu werden, aber noch zu kritisch um direkt auf eine Spezialstation (Kardiologie, Nephrologie, Pulmologie, …) zu gehen, kommen zu uns. Stimmt so auch nicht ganz, aber als grobe Erklärung muss es reichen :-)

Einer der Abschiedsabende bei den Franzosen. Zu sehen v.l.n.r. Jade (Frankreich), Steffi (Marburg), Saara (Finnland), Romain (Frankreich), Pauline (unten rechts, Frankreich). nicht zu sehen: Nicolas (München), ich (...)

Einer der Abschiedsabende bei den Franzosen. Zu sehen v.l.n.r. Jade (Frankreich), Steffi (Marburg), Saara (Finnland), Romain (Frankreich), Pauline (unten rechts, Frankreich). nicht zu sehen: Nicolas (München), ich (...)

Für ein Urteil ist es noch zu früh, aber viel zu tun gibt es auf einer internistischen Station grundsätzlich nicht. Hier wird mehr überlegt als gehandelt und aus verschiedenen Symptomen & Parametern ne Diagnose zusammen gezimmert. Find ich spannend, aber wenn alle Diagnosen stehen und die dementsprechenden Maßnahmen verordnet sind, wars das auch erstmal wieder. Bis es neue Laborergebnisse o.ä. gibt und man wieder reagieren darf. Tja. So ist das. Aber wie gesagt: Urteil gibts später.

Soviel zur Pflicht, jetzt zur Kür.

An den letzten beiden Donnerstagen haben wir jeweils den Abschied von “den Franzosen” gefeiert.

Warum zwei mal?
- Gute Frage!

Warum überhaupt?
- Die 3 müssen in 2 Wochen an ihren Examen in Frankreich teilnehmen und fahren deswegen jetzt schon zurück.

Wer ist das?
- 3 Mediziner (Jade, Romain, Pauline), die ich direkt auf der ersten Party kennengelernt habe und die Leute mit denen ich mich hier noch mit Abstand am besten verstanden habe.

Eishockey - Show zum Einlauf vom Linköping HC

Eishockey - Show zum Einlauf vom Linköping HC

Tja, lange Rede kurzer Sinn: Jetzt sind die Weg und da wir 4 und Nicolas (auch Mediziner, aus München, auch sehr nett) eigentlich alles zusammen gemacht haben, ist das schon relativ traurig. Wird sich zeigen, wie wir beiden Verbliebenen die Lücke schließen können.

Was war noch? Montag vor einer Woche waren wir ENDLICH mal bei einem Eishockeyspiel hier in Linköping. Die schwedische Eishockeyliga ist eine der besten Ligen Europas (wenn nicht sogar die beste) und Linköping HC hat in den vergangen Jahren immer um den Titel mit gespielt. Somit war es längst überfällig, dass wir uns ein Spiel angucken.

Eishockey - noch mal.

Eishockey - noch mal.

Da das trotz der Kassel Huskies mein erstes Eishockeyspiel aller Zeiten war, wusste ich ja nicht so recht, was mich erwartet. Aber ich war völlig begeistert! Hat richtig Spaß gemacht und trotz der ganzen Show und Pausenmusik und Cheerleader und Pausenwerbung und und und hat es mir echt gefallen. Und das nicht nur, weil Linköping den Lokalrivalen Södertälje mit 8:1 abgezogen hat. Wir werden wohl noch öfter hin gehen, naja und Hucke, am 23.12. bin ich wohl bei den Huskies dabei… :)

Meine Küche - und die Hälfte meiner Mitbewohner

Meine Küche - und die Hälfte meiner Mitbewohner

Letzten Freitag stand dann eine total verrückte, aber schon vor langem angekündigte Aktion statt: Das komplette Flamman-Wohnheim und der dazugehörige Pub schmeißen eine Halloween-Party. Jeder Korridor gibt ein Thema vor, nach dem sich alle Bewohner und deren Gäste verkleiden. Je nach Korridor wurde auch die Küche/Wohnzimmer/Flur geschmückt.
Auf meinen Vorschlag hin, haben sich auch bei uns im Korridor 6 Leute gefunden, die bei dem Spaß dabei sein wollten. Der Einfachheit halber haben wir als Thema “The Jungle” gewählt, das Thema, was unser Korridor sowieso schon hatte.

Taccos-Essen. Ja, ich war ein Hase. Voll der Jungel...

Taccos-Essen. Ja, ich war ein Hase. Voll der Jungel...

Um 6 haben wir Bewohner dann zusammen gekocht und gegessen und ab 8 kamen unsere Gäste. Der Vorteil unseres Wohnheims ist, dass man mit seinem Schlüssel in jeden Korridor im ganzen Wohnheim kommt und sich somit die ganzen Einzelpartys nach und nach in eine Riesenparty auf allen Etagen entwickelte. Irgendwann später sind dann alle im Pub gelandet. Es war einfach großartig und völlig einzigartig!!
Angeblich gibt es so was ähnliches kurz vor Weihnachten noch mal, wäre schön, wenn es genau auf mein letztes Wochenende fallen würde… wir werden sehen.

Halloween - Besuch der Zombies im Jungle

Halloween - Besuch der Zombies im Jungle

Gut hier sind wir jetzt. Ich zähle schon die Wochen. Es sind nämlich tatsächlich nur noch 6. Ich freu mich auch schon wieder auf zuhause. Vielleicht liegts daran, dass die Franzosen grad abgehauen sind, aber im Grunde fehlt mir das ein oder andere da aus Deutschland schon ziemlich. Aber sind ja auch nur noch 6 Wochen und es steht noch einiges an. Jenny kommt ziemlich bald noch mal vorbei, Anfang Dezember gehts für ein Frank Turner-Konzert nach Göteborg (natürlich für ein ganzes Wochenende) und nach Örebro will ich auf jeden Fall auch noch. Und dann mal sehen, was sich noch spontan ergibt. Da werden 6 Wochenenden schon langsam knapp… :)

PS: Ich poste hier im Blog übrigens immer nur eine Auswahl der Bilder. Ein paar mehr gibt es jeweils rechts unter “Fotoalbum” und dem entsprechenden Album…

Yeah. Rouzbeh, Niki & ich.

Yeah. Rouzbeh, Niki & ich.

Sommen-See & Besuch #2

20. Oktober 2009

2 Wochen rum – schon wieder. Und jetzt wo ich (völlig ungewollt – so war das gar nicht gemeint, ihr ‘Säue’. Trotzdem danke ;) ) erwiesenermaßen eine große Leserschar habe, wollten wir doch mal:

der Sommensee

der Sommensee

Vorletztes Wochenende sind wir mit der Hälfte der Exchange-Mediziner zum Sommen-See etwas südlich von Linköping gefahren. Wir hatten uns von Samstag bis Sonntag in die dortige Jugendherberge eingemietet und wollten einfach ein bisschen Natur angucken, abends was kochen und dann noch ein wenig feiern. Im Großen und Ganzen war es das auch schon. War ein lustiges Wochenende, auch wenn ich von der ein oder anderen Person mittlerweile etwas genervt bin. Bin wohl so langsam über das Stadium “hier kann man sich doch mit jedem arrangieren” hinaus, aber das ist auch ok. So Leute muss man auch in Deutschland aushalten, also werde ich das hier mit Sicherheit auch schaffen.

Trotz 4 stündiger Wanderung durch Wälder und unberührte Natur gab es

Russisch Koks - Wodka und danach dieses Gemisch: Zitronenscheibe mit Kaffee und Zucker. Sehr zu empfehlen!

Russisch Koks - Wodka und danach dieses Gemisch: Zitronenscheibe mit Kaffee und Zucker. Sehr zu empfehlen!

keinen Elch zu sehen. Nur mehrere Spuren in der Erde. Hoffentlich seh’ ich überhaupt noch mal einen. Dachte, das wäre einfacher, nachdem wir direkt am ersten Wochenende 4 Stück gesehen hatten – seitdem gabs für mich leider nur noch die, die nicht weg glaufen können (im Zoo.).

Montag drauf, also gestern vor einer Woche, habe ich nach den unheimlich anstrengenden 2 Wochen Theorie (;-)) mit dem nächsten klinischen Abschnitt angefangen. Anästhesie. Um es kurz zu machen: Ich bin absolut begeistert!
Gleich am ersten Tag, am ersten Patient, gegen 8 Uhr. Arzt: “Schon mal intubiert?”, Ich: “Ja an ner Puppe, so ca. vor 3 Jahren” – “Na, dann machst du’s jetzt an ihm hier”. Wow! Hat nicht zu 100% sofort wieder geklappt, aber ich hatte im Lauf der Woche noch mehrfach die Gelegenheit und mittlerweile bin ich ganz gut in Form. Auch Venen und sogar Arterien zu punktieren ist kein Thema mehr. Mal sehen, was mich diese Woche noch so erwartet.
Ganz neues Gefühl im Studium: Ich bin letzte Woche jeden Tag sehr zufrieden aus dem Krankenhaus gegangen. Habe viel gelernt, viel Spaß gehabt.  Keine voreiligen Schlüsse ziehen – aber das Fach gefällt mir schon mal sehr gut.

Das Uni-Hauptgebäude in Lund. Alt. Und sehr imposant!

Das Uni-Hauptgebäude in Lund. Alt. Und sehr imposant!

Trotzalledem musste ich den Freitag schwänzen, da Papa und ich ein Auto ab 9 Uhr gemietet hatten und für den im Nachhinein gut 1200 km umfassenden Trip durch Südschweden konnten wir jede Minute gebrauchen.
Die väterliche Hälfte meiner Eltern war schon am Mittwochabend in Linköping eingetroffen und am Abend sind wir zusammen schwedisch Essen gegangen. Mit dem Ergebnis, dass Rentier äußerst lecker ist!

Unsere Reise führte uns zuerst nach Lund im Südwesten von Schweden, hier hatten wir ein Hotelzimmer gemietet und wollten uns vorher die Stadt angucken. Immerhin die zweitälteste Stadt Schwedens mit einer der ältesten Unis Europas. Ein vorher ausgedruckter Stadtrundgang führte uns an allen wichtigen Orten vorbei – beeindruckend alt! Leider machte zumindest mir am Freitag das Wetter zu schaffen, es war ohnehin schon kalt und der allesdurchdringende Wind drückte die Laune ordentlich.

Mariagatan in Ystad. Hier wohnt Kurt Wallander ;-)

Mariagatan in Ystad. Hier wohnt Kurt Wallander ;-)

Nach leckerem und reichhaltigem Frühstücksbuffet (ich bin ein Hotelfrühstücksfreund) sind wir am Samstag Richtung Ystad aufgebrochen. Krimi-Fans sollte das ein Begriff sein, hier löst Kurt Wallander aus den Büchern von Henning Mankell seine Fälle.
Die Stadt ist eine richtig friedlich und leicht verschlafen wirkende Kleinstadt. Unmöglich, dass sich hier so viele grausame Gewaltverbrechen zutragen sollen. Leider macht das Städtchen aus ihrem literarisch und filmischen Ruhm auch etwas zu wenig, Hinweistafeln mit Fotos aus den Filmen an wichtigen Orten wären schön. Auch so haben wir dank der Broschüre “Auf Wallanders Spuren” einige Schauplätze wiedererkannt und anschließend in Wallanders Liebslingscafé einen Kaffee getrunken. Viel mehr war hier leider nicht zu holen – da waren die Erwartungen wohl zu groß.

Wassergraben vom Schlos in Kalmar

Wassergraben vom Schlos in Kalmar

Komplettes Gegenteil dann bei unserem nächsten Stopp in Karlskrona. Wenig erwartet, aber viel bekommen. Die komplette Stadt ist auf einem Felsen gebaut und ragt als eine engbebaute Stadt aus dem Meer. Durch einen Brand Ende des 18. Jahrhunderts, bei dem die komplette Stadt zerstört wurde, ist die Innenstadt bis auf ein paar Ausnahmen im Barockstil neuaufgebaut worden. Somit ist das natürlich nett anzusehen und unheimlich prunkvoll.
Darüber hinaus ist Karlskrona schon seit jeher Schwedens wichtigster Marinehafen. Die große Kaserne war natürlich gut abgeschirmt, einen Blick auf die großen Kriegsschiffe konnten wir aber doch erhaschen.

Noch mal Wassergraben, dies mal mit Schwänen.

Noch mal Wassergraben, dies mal mit Schwänen.

Nach diesem Eindruck ging es weiter nach Kalmar, der Endstation für Samstag. Das Hotel war hier ein Jugendherbergszimmer mit Fernseher und interessanter Dusch-Bad-Toiletten-Kombination auf 1 Quadratmeter. Preislich konnte das Zimmer aber trotzdem locker mit dem gehobenen Hotel vom Vorabend mithalten.

Das Schloss in Kalmar

Das Schloss in Kalmar

Auch Kalmar überraschte uns dann am Sonntag. Eigentlich nur als strategisch günstig gelegener Schlafplatz gewählt, hatte die Stadt doch mehr zu bieten als gedacht. Eine schöne Altstadt und ein noch schöneres Schloss, gelegen auf einer kleinen Insel im Südwesten der Stadt. Siehe Fotos :-)

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Vimmerby (in Deutschland besser bekannt als “Bullerbü”), ganz in der Nähe von Lönneberga, ging es nach Hause.

Verteidigungslinie auf der Schlossmauer

Verteidigungslinie auf der Schlossmauer

Nachdem ich das Auto wieder vollgetankt hatte und bei der Autovermietung auf den Parkplatz gestellt hatte, wollte ich mich mit meinem Fahrrad auf den Weg zurück aus dem (am Sonntagabend gottverlassenen) Gewerbegebiet in die Innenstadt machen. Da war ich mit Papa zum Essen verabredet. Da hatte ich die Rechnung leider ohne meine Fahrradschloss gemacht. Durch den Frost am Wochenende klemmte es ordentlich und kurzerhand hatte ich nur noch das Ende vom Schlüssel in der Hand. Dank der Hilfe von einem Mann, der zufällig grade seinen Chevrolet aufgetankt hatte, konnte ich das Schloss mit einem Schraubenzieher öffnen (mein Schlüssel steckt ja drin, es ist also entriegelt). Seitdem habe ich immer meine gute alte Basteline-Schere dabei. Überlege noch, ob ich mir ein neues Schloss kaufe. Klappt ja ganz gut so.

Astrid Lindgrens Geburtshaus in Vimmerby (aka Bullerbü)

Astrid Lindgrens Geburtshaus in Vimmerby (aka "Bullerbü")

Nach einem sehr leckeren Essen am Sonntagabend ist mein Vater dann am Montagmorgen nach Stockholm weitergereist und bleibt da noch ein paar Tage. Ich wäre sehr gerne mitgekommen, es war ein super Urlaubswochenende. Leider habe ich keine Herbstferien und bin ja auch nicht nur zum Urlaub hier oben.

Für mich heißt es jetzt noch 2 weitere Wochen Anästhesie “genießen”, ich bin gespannt, was mich danach erwartet.

Besuch

06. Oktober 2009

Ach schon 2 Wochen seit dem letzten Eintrag. Da sollte ich doch mal wieder was zum Besten geben denke ich. Bekomme leider bis auf wenige Ausnahmen kaum Rückmeldungen auf den Blog hier, aber was solls, selbst wenn keine Sau mehr mitlesen sollte, ist das ja wie ein kleines Tagebuch für mich hinterher :-D

Unser Zimmer in Stockholm

Unser Zimmer in Stockholm

Nun ja, was ist passiert? Ich habe meine Zeit in der Verbrennungseinheit ohne viel Anstrengung zu Ende gebracht. Quasi jeden Nachmittag frei und Freitags sowieso, dabei trotzdem was gelernt – alles in allem also 2 sehr erfolgreiche Wochen!

Das Wochenende habe ich dann bis auf Partys am Donnerstag und Samstag ganz in Ruhe verbracht, nach dem Kopenhagentrip war ich auch froh, mal richtig ausschlafen zu können.

Seit Montag letzter Woche habe ich die einzige richtige Abwechslung in meinem Stundenplan: 2 Wochen lang Theorie. Kein Krankenhaus. Keine Visite um 8. Kein Schwedisch – (fast) nur Englisch. Thema ist “Circulation-Respiration-Erythro-Kidney” (Durchblutung-Atmung-Blut-Nieren), also ein absoluter Querschnitt durch die Innere Medizin.

Rentier ahoi! Gesichtet in Skansen in Stockholm

Rentier ahoi! Gesichtet in Skansen in Stockholm

Und wie ging das am Montag los? “Frei”! Einfach mal die erste Vorlesung auf den Dienstag gelegt. Sehr nett. Am Dienstagnachmittag hatte ich dann auch meine erste “Basgrupp”, was man am besten mit “Gruppenarbeit” übersetzt. Hier in Linköping wird nach dem Problem Orientierten Lernen unterrichtet und diese Gruppenarbeiten sind der wesentliche Teil davon:
Eine Gruppe aus ca. 6 Studenten (ohne Betreuung, völlig in Eigenverantwortung), die pro Sitzung einen Fall bekommen und Schritt für Schritt durcharbeiten. Das geht dann mit “Ein 47 jähriger Patient kommt mit folgenden Beschwerden in Ihre Praxis: …” los und wir entscheiden an jedem Schritt, was mit ihm gemacht werden soll. Je nach Maßnahme bekommen wir weitere Ergebnisse und Informationen, die uns dann zum nächsten Schritt führen, bis wir am Ende eine Diagnose und Therapie haben.
An jedem Punkt wird in der Gruppe diskutiert und alle bringen ihr Wissen und ihre Ideen ein. Die Informationen zu dem Fall bekommen wir von einem interaktiven webbasierten System und sind per Beamer für alle in der Kleingruppe ersichtlich.

Elch. Scheinbar müde.

Elch. Scheinbar müde.

Am Ende eines Falls haben wir dann viele Fragen zu Themen, Untersuchungsmethoden oder Krankheiten die keiner richtig erklären konnte und natürlich ein oder zwei Krankheitsbilder (an denen der Patient letztlich leidet), über die sich jeder bis zur nächsten Sitzung ausführlich informiert.

Grundsätzlich ist dieses System einfach nur genial! Es arbeitet nach dem gleichen Muster, nach denen wir später unsere Patienten behandeln müssen. Im Gegensatz zu der Situation als Arzt wird hier in der Gruppe entschieden und jeder kann selbst sehen, wo er Schwächen hat und weiß genau, was es noch zu lernen gilt. Darüber hinaus macht es Spaß, wenn man merkt, dass man auf dem richtigen Weg zur Diagnose ist und man ausnahmsweise mal Erfolgserlebnisse aus dem jahrelang scheinbar sinnlos angehäuften Wissen ziehen kann.
ABER es gibt natürlich auch Nachteile. So ist die Diskussion in der Gruppe natürlich sehr abhängig von den anderen Gruppenmitgliedern. Meine Kleingruppe ist super und der Wissensstand ungefähr gleich, aber ich kann mir mit ein paar beispielhaften Personen aus Marburg auch gut vorstellen, wie diese Gruppenarbeiten zur reinsten Hölle werden können. Da würde ich dann doch häufiger von der Möglichkeit gebrauch machen zu fehlen – es gibt ja keinen Betreuer. :)

Bussi? Nee, war eher ein kleiner Disput.

Bussi? Nee, war eher ein kleiner Disput.

Naja, am Freitag habe ich auch schon die letzte “Basgrupp” und dann hat sich das mit der schönen Utopie. Aber das ist ja auch ein Teil, um den es in diesem Austauschprogramm geht: Die Art des Studierens im Gastland kennenlernen. Hätten wir dann also abgehakt. Check!

Und dann am Donnerstag letzte Woche kam mein erster Besuch nach Schweden. Jenny. War ja dann auch kein richtig origineller Besuch, weil sie ja schon am Anfang mit mir hier hochgeflogen ist. Also nicht alles neu. Aber trotzdem schön. Was heißt trotzdem. Also schön. Ja!

äußerst beliebter Besuch

äußerst beliebter Besuch

Von Donnerstag bis Sonntag hatten wir uns in einem Hostel direkt in Gamla Stan, also der Altstadt von Stockholm, eingemietet. Schöne Lage, schönes Hostel mit Internet, Nudeln, Kaffee und Tee umsonst, aber auch mit unheimlich dünnen Wänden, was dann auch teilweise zu Unterhaltung umsonst führte. Und Schlaflosigkeit. Auch umsonst. Aber was solls.

Stockholm war schön wie damals, aber leider hat das Wetter Samstag und Sonntag eher Regen auf dem Programm gehabt und kalt ist es sowieso schon.

Die Vasa. Leider viel zu dunkel in dem Raum, deswegen verwackelt.

Die Vasa. Leider viel zu dunkel in dem Raum, deswegen verwackelt.

Sonntagabend ist Jenny wieder zurückgeflogen und hat mich hier “alleine” gelassen. Aber so langsam hab ich mich ja dran gewöhnt. Muss ich dieses Mal auch gar nicht so lange ertragen, denn nächste Woche Mittwoch hat sich schon der nächste Besucher angekündigt: Mein Papa verbringt seine diesjährigen Herbstferien passenderweise in Schweden und ab Freitag haben wir uns einen Wagen gemietet, um Südschweden unsicher zu machen. Dazu aber dann mehr in 2 Wochen, wenn wir wieder zurück sind. Dann auch mit tollen Fotos. Versprochen!

Ansonsten geht das hier ganz stark auf die Halbzeit zu. Verrückte Welt! In 10 Tagen feier ich Bergfest.

Fast schon Halbzeit

Fast schon Halbzeit

Temperaturtechnisch ist schon Winter. Zumindest für meine Verhältnisse. Jede Nacht Frost und davon hab ich auch morgens um 7 noch was, wenn ich mit dem Fahrrad ins Krankenhaus radle. Habe Seit gestern meine Winterjacke ausgepackt und hoffe, dass die mir auch noch reicht, wenn hier mal der “richtige” Winter ausbricht…

Soviel zu den Ereignissen der letzten 2 Wochen. Heute Abend steht ein Geburtstag an und danach werden wir bestimmt wieder irgendwo landen, weil morgen ist frei. Mal wieder. War gestern übrigens auch. Schöne theoretische Wochen, könnte ich mich glatt dran gewöhnen. Aber am Montag geht die Klinik wieder los. 3 Wochen Anästhesie – da freu ich mich wirklich drauf.

Hej då och vi ses!

Verbrennungseinheit & Kopenhagen

22. September 2009

Seit gut einer Woche bin ich jetzt in meiner zweiten Station der klinischen Rotation angekommen: Die Verbrennungseinheit.

Direkt am ersten Tag durfte ich das wohl schockierendste Bild meiner bisherigen medizinischen Laufbahn “bewundern”: Ein 8 jähriger Junge, der sich im Juli (beim Versuch mit seinem Opa ein paar Kohlen zum Räuchern von Fischen mithilfe von Petroleum zu entfachen) den kompletten Oberkörper samt Gesicht verbrannt hat, wurde von seinen Verbänden befreit und gewaschen. Aus allen Ecken und Enden Blut und ein Kind, dass vor Schmerzen heult – unter den stärksten Schmerz- & Narkosemitteln!!
Ich hatte kurz das Gefühl, das ich die 2 anstehenden Wochen nicht überstehen würde, aber es kam, wie es bisher immer war: Man gewöhnt sich dran. Jeden Tag wird mindestens einer der 5 Patienten gewaschen oder nur Verbände gewechselt, was jeweils immer so 3 Stunden dauert. Dazu habe ich letzte Woche 2 Hauttransplantationen gesehen und bei der zweiten OP auch kräftig mitgeholfen.
Trotz der sehr anstrengenden und schweißtreibenden (alle Patienten haben über ihren Betten große Wärmplatten hängen) Arbeiten und OPs war an fast allen Tagen am Nachmittag nicht viel zu tun, so dass ich im Schnitt immer um 14 Uhr aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Außerdem habe ich mir für Freitag direkt am Montag “frei genommen”, da wir laut Vorschrift “mindestens 30 Stunden/4 Tage” pro Woche arbeiten sollen, und werde das auch in den kommenden Wochen so halten. Ich bin ja nicht zum studieren hier ;-)

einer der schönen Kanäle in Kopenhagen

einer der schönen Kanäle in Kopenhagen

Wo wir schon beim Thema sind, am Dienstag letzte Woche war ich abends noch in Ryd auf der bisher größten Korridorparty: Ca. 150 Leute in einem vollgestopften Korridor und später auch im Keller. Die gleiche Menge an Menschen dann noch mal vor der Tür. Sehr sehr lustig…. Es kam, wie es kommen musste: Um 1 wurde die Party von Sicherheitsdienst und Polizei aufgelöst und obwohl mehrere kleinere Partys auf anderen Korridoren vereinbart wurden, hab ich das als willkommenen Anlass zur Heimreise gewählt – schließlich hatte ich ja um 8 am nächsten Morgen wieder Uni.

Kopenhagener haben definitiv Humor

Kopenhagener haben definitiv Humor

Donnerstag war dann auch wieder Party, schließlich hatte ich ja Freitag frei. Das stellte sich aber dann gegen Freitagmittag als nicht so gute Idee heraus, da ich eins der bei Europcar gemieteten Autos für den Kopenhagen-Trip abholen sollte und somit auch der offizielle Fahrer war. Dementsprechend bin ich die meiste Zeit der 5 Stunden Richtung Dänemark gefahren…
Und trotzdem führte kein Weg vorbei an dem Fakt, dass am Freitagabend wieder irgendwo Alkohol getrunken werden musste.

unser Zimmer im Hostel

unser Zimmer im Hostel

Vielleicht zurück zum Anfang. Ich hatte mit Tom (Australier) schon vor längerer Zeit abgemacht, dass wir zusammen nach Kopenhagen fahren wollen. Irgendwann letzte Woche rief er dann an und fragte, ob ich dieses Wochenende dabei wäre. Natürlich war ich das. Insgesamt waren wir dann 9 Leute in 2 Golfs.

In Kopenhagen hatten wir ein nettes Hostel (”Hotel Copenhagen”), zwei 4-Bett Zimmer und ein Einzelzimmer, für 25 € pro Person und Nacht. Ziemlich zentral und insgesamt empfehlenswert. Nach einem holprigen

Tom & Matt in der Bar vom Freitag

Matt & Tom in der Bar vom Freitag

Start in den Abend in einem ekelhaften Nachtclub, hab ich mich letztlich mit Tom, einem weiteren Australier und einer Dänin in eine kleine Bar in der Nähe abgesetzt.

Da war es super Eng, ziemlich heruntergekommen, es lief Rockmusik und das Bier war günstig – perfekt also! Ein unglaublicher Abend mit vielen netten Dänen und vielen Getränken endete für uns gegen 5. Noch schnell mit der U-Bahn ohne Ticket zum Hostel zurück und dann so gegen 6 endlich geschlafen.

Die Aussicht am Samstagabend

Die Aussicht vom Samstag

Der Wecker riss uns dann nach 5 Stunden schon wieder aus dem Schlaf, aber erstaunlicherweise gings mir gut. Den Tag hab ich dann wegen offensichtlich unterschiedlichen Ansichten, wie man die wenige Zeit in Kopenhagen am besten nutzt, alleine verbracht – fand ich im Nachhinein aber genau richtig. So konnte ich sehen, was ich sehen wollte und hab ein gutes Gefühl für die Stadt bekommen. Gegen Abend hab ich mich dann wieder mit allen getroffen und mit den gekauften Getränken haben wir es uns an einem der Kanäle gemütlich gemacht und sind dann später in eine nette Bar (die mir von einer Freundin empfohlen wurde, die vor einem Jahr ein Erasmussemester in Kopenhagen gemacht hat) weitergezogen. Mir und den beiden Australiern gefiel die Bar sehr, alle anderen waren weniger begeistert. Aber auch der Schlafentzug trug dazu bei, dass die meisten sich schon nach wenigen Stunden ins Hostel zurückzogen. Auch der harte Kern konnte nicht an das Ergebnis vom Vorabend anknüpfen, so dass wir gegen 3 im Hostel aufschlugen, da dann aber noch mit den auf dem Weg gekauften Bieren bis 4 oder 5 durchhalten konnten.

Nyhamn (Neuer Hafen) in Kopenhagen

Nyhamn (Neuer Hafen) in Kopenhagen

Sonntag war dann geprägt von Müdigkeit – ich hab ihn in einem netten Park mit rumsitzen und auf den See gucken verbracht. :-)
Gegen 9 waren wir zurück in Linköping und nach ein paar organisatorischen Dingen lag ich auch so gegen 10 endlich im Bett. Nach 3 Nächten mit durchschnittlich 4 Stunden Schlaf, ging einfach gar nichts mehr.

Hier bin ich heute: Habe das Krankenhaus um 11 auf eigene Faust verlassen, weil die Tagesaufgaben erledigt waren und ich meinen Arzt (dem ich folgen soll) nicht gefunden habe. Fühle mich nicht sonderlich schlecht – aber auch nicht soo gut. So bin ich aber endlich wieder zum Blogschreiben gekommen.
Gleich werde ich noch mein Fahrrad reparieren, bei dem sich letzte Woche mit einer lauten Explosion ein Reifen verabschiedet hat. Anschließend gehts zum Sprachkurs, der schon seit 3 Wochen läuft und bei dem ich bisher immer noch nicht war… wünscht mir Glück, dass ich nicht rausgeworfen werde!

Krank

13. September 2009

Wieder ne Woche rum. So langsam geht das immer schneller. Ich merk schon, noch einmal Augenblinzeln und dann ist Weihnachten. ;)

Diese Woche war tatsächlich relativ ereignislos. Letztes Wochenende war dafür etwas mehr los.

Nach dem Flamman-Abend am Freitag (siehe Uni=Arbeit), der sehr lustig und lang war, habe ich den kompletten Samstag verpennt. Eigentlich wollte ich Abends auf ein Konzert, aber sowohl meine Marburger Begleitung als auch ich waren nicht so von den Bands überzeugt, dass wir mit Kater unbedingt da hin gehen wollten. Somit bin ich im Wohnheim geblieben und hab abends nur ein paar Bier auf einer kleinen Korridorparty nebenan getrunken.

Vadstena

Vadstena

Am Sonntag bin ich mit den Franzosen und einem Deutschen auf einen kleinen Ausflug Richtung Westen gefahren. Vadstena, ein kleines mittelalterliches Dorf am Vättern-See (der zweitgrößte See in Schweden), stand als erstes auf dem Programm. Ein hübsches kleines Städtchen, aber nach ein paar Stunden hat man da auch wirklich alles gesehen. Deswegen sind wir nach einem guten Mittagessen weitergefahren zum Omberg, dem höchsten Berg in Östergötland (mein “Bundesland” hier in Schweden). Ist immerhin 408 m hoch, der gute.

Blick auf den Vättern vom Omberg

Blick auf den Vättern vom Omberg

Vom Omberg hat man einen großartigen Blick über den Vättern-See und die angrenzenden Wälder und Ländereien. Wir hatten auch Glück mit dem Wetter, kaum Wind und viel Sonne. Sieht man ja auch auf den Bildern :)

Auf dem Rückweg nach Linköping haben wir noch am Rökstena halt gemacht. Dem ältesten Runenstein überhaupt. Also ein Stein mit Runen. Total spannend… also nicht. Wir hatten es ein wenig imposanter erwartet. Soviel dazu.

Die anschließende Woche war wie gesagt eher ereignisarm. Dadurch, dass ich seit dem Wochenende einen hartnäckigen Husten und zunehmende Halsschmerzen mit mir rumschleppte, war ich Abends nicht richtig in der Lage großartig was zu unternehmen. Mittwoch bin ich dann komplett zuhause geblieben, aber seitdem wird es auch täglich besser.

Rökstena

Die Kirche bei Rökstena. Der Stein war wie gesagt nicht so spannend.

Am Freitag hatte ich dann meinen letzten Tag auf der HNO-Station. Insgesamt war es sehr nett, aber irgendwie bin ich auch froh, nach 2 Wochen das Themengebiet mal wieder wechseln zu können. Auf Dauer ist das doch sehr eintönig. Als Evaluation habe ich insgesamt eine 2 bekommen. Ohne Prüfung. Da bin ich sehr zufrieden mit – vor allem, wenn mir der Kurs in Marburg anerkannt wird.

Ab Montag bin ich dann auf der Verbrennungsstation. Ich bin sehr gespannt. Das was mich am meisten stört sind die Berichte von einem Freund, der das die letzten 2 Wochen hatte. Der musste täglich von 8 – 18 Uhr da sein. Da hab ich nicht so Lust drauf. Mal sehen, was sich da machen lässt. Grundsätzlich freue ich mich aber drauf.

Freitag gab es eine kleine Wohnungseinweihung & gestern war ich mit 2 Freunden auf einem Konzert von “Blunkers” und “Zombiesuckers”. Blunkers waren ein Green Day – Verschnitt, aber musikalisch gut. Zombiesuckers sahen so aus und klangen auch so, wie das ihr Name vermuten lässt. Haben wir uns deswegen auch nicht zu Ende angeguckt. Der Laden hieß Skylten und ist grundsätzlich sehr nett. Untergebracht in einem alten Fabrikgelände und somit in einer ruhigen Gegend gelegen. Leider war nichts los und es wird generell kein Alkohol verkauft. Mal sehen, was da los ist, wenn bekanntere Bands spielen. Werde ich definitiv noch mal hin gehen.

Heute ist Sonntag. Hoffe euch gehts allen gut.

Kajaktripfotos

08. September 2009

Hier endlich die Fotos vom Kajaktrip:

Systembolaget. Ein staatlicher Laden, in dem es NUR Alkohol gibt. In normalen geschäften darf nur Bier bis max. 3,5 % verkauft werden. Toller Laden! Paradisisch!

Systembolaget. Ein staatlicher Laden, in dem es NUR Alkohol gibt. In normalen geschäften darf nur Bier bis max. 3,5 % verkauft werden. Toller Laden! Paradisisch!

Die Schären. Wunderschön. Schweden!

Die Schären. Wunderschön. Schweden!

Männer machen Feuerholz (Video)

Ein Traum.

Ein Traum.

Traum #2

Traum #2

Das Lagerfeuer am Samstag. Im Hintergrund das Meer.

Das Lagerfeuer am Samstag. Im Hintergrund das Meer.

Frühstück

Frühstück

Erste Pause auf irgendeiner kleinen Insel.

Erste Pause auf irgendeiner kleinen Insel.

Traum #3

Traum #3

ich bin links in dem orangen.

ich bin links in dem orangen.

Traum?

Traum?

Uni = Arbeit

04. September 2009

Und da ist auch schon fast die nächste Woche um. So schnell gings bisher noch nie.

Namebadges. 1:0 für Linköping. Links Linköping (bedrucktes Hartplastik), rechts Marburg (Aufkleber auf Pappe in Plastikhülle).

Namebadges. 1:0 für Linköping. Links Linköping (bedrucktes Hartplastik), rechts Marburg (Aufkleber auf Pappe in Plastikhülle).

Seit Montag hat die Uni so richtig angefangen, das hatte ich ja schon kurz angedeutet. Abgesehen von den “langen” Tagen (7:45 – 16:00), ist das verfolgen der schwedischen Dialoge zwischen Patient und Arzt im Moment das, was mich am meisten schlaucht. Aber zu den langen Tagen muss man sagen, dass sich, so wie ich das bisher beurteilen kann, die Ärzte hier echt nicht beschweren können. 1,5 Mittagspause und Feierabend werden ohne Probleme eingehalten. Lange Kaffeepausen und umfassende Privatgespräche trotz wartender Patienten gehören zum guten Ton.

So sieht das im Moment aus. Ich komme morgens an, dann werden im Konferenzzimmer die stationären Patienten besprochen, danach in kleinerer Gruppe die heutigen Operationen. Anschließend kurze Visite, dann runter in die Radiologie zur Röntgenbesprechung. Heute hatten wir statt der Röntgenbesprechung gemeinsames Präparate mikroskopieren bei den Pathologen. 10 Proben (zugeschickt aus umliegenden Krankenhäusern oder Privatpraxen), fast immer Krebs.

Grillen in Ryd. Tom der australische Grillmeister

Grillen in Ryd. Tom der australische Grillmeister

Ab 9 teilen sich dann alle Ärzte auf: OP, Station oder Ambulanz. Ich war einmal im OP, weil ich das auch mal sehen sollte, aber grundsätzlich will ich mich davon fern halten. Somit habe ich die meiste Zeit in der Ambulanz verbracht und verschiedenen Ärzten (übrigens “läkare” in schwedisch) beim Untersuchen zugeguckt.
Gegen 12 Uhr sind die ersten Patienten durch, um 13:30 gehts dann bis 16:00 Uhr in den Schlussspurt. Sehr sehr angenehm. Grundsätzlich verstehe ich mittlerweile alles, worüber Arzt und Patient reden, aber trotzdem ist es sehr angenehm nach der Untersuchung mit dem Arzt noch auf Englisch oder Deutsch die offenen Fragen zu klären. Soweit hab ich schon viel gelernt und mithilfe des deutschen HNO-Buchs (anno 1982), was mir die Professorin ausgeliehen hat, auch schon 2-3 interessante Fälle nach gelesen ;-)
Je nach dem in welchem Untersuchungszimmer man sitzt, bekommt man unterschiedliche Krankheitsbilder zu Gesicht. Wenn es um Phonetik geht sind ungefähr die Hälfte der Patienten Kinder. Uninteressant ist das nicht. Zumindest das erste Mal, dass mich ein Fach was ich bisher noch gar nicht auf dem Schirm hatte interessiert.

Grillen in Ryd. Tom der australische Grillmeister.

Moneybrother im Cloetta Center

Montag und Dienstag war ich Abends zu keinen großen Sprüngen mehr fähig, Mittwoch hatte ich aber keine Wahl. Kalasmottagningen ‘09 stand an: In einem riesen Stadion (Eishockey, Nationalsport, riesig!) haben sich am Nachmittag alle Studentengruppen von Chören über Technikgruppen bis hin zu Freien Christen vorgestellt und mit Umsonst-Artikeln wie Stiften oder größtenteils Süßigkeiten versucht neue Mitglieder zu finden. Hat mich arg an die USA erinnert. Überhaupt hat Schweden ein bisschen was von dem, wie man es sich da drüben vorstellt: Riesengroße Malls (bzw. Einkaufsstadtteile), teilweise unheimlich große und protzige Autos und halt die echt weiten Entfernungen zwischen den einzelnen Städten.
Wieso ich da hin bin? Zum einen weil es das Ticket dafür umsonst gab, zum anderen weil ein Bier da nur 50 SEK (= 5 €) gekostet hat. Schnäppchen. Eher nicht deswegen. Hauptsächlich weil am Abend ein Konzert mit Moneybrother angekündigt war. Letztes Jahr Mando Diao. Vorher waren auch schon mal The Hives da. Dieses Jahr also Moneybrother. Immerhin ;-) Leider war das Konzert eher nicht so gut. Das Megastadion war mega leer und die Stimmung war mittelmäßig. Da ich nur ein Album von Moneybrother kenne, waren auch die bekannten Lieder rar gesät. Das größte Manko allerdings war meine Begleitung (mehrere Deutsche, 3 Franzosen, 3 Finnen): Wenn mich eins stört, sind das Gelegenheits-Konzert-Besucher, die sich unaufhörlich unterhalten und meinen alles kommentieren zu müssen. Höhepunkt natürlich, wenn ich in diese fachkundigen Gespräche integriert werden soll. Konzertbegleiter wollen gut ausgewählt sein. Hatte ich erzählt, dass ich Marburger getroffen habe? 3 an der Zahl! Allesamt Visions-Party-Freunde, einer wohnt in MR nur ein paar Häuser von mir entfernt – gesehen haben wir uns zuhause trotzdem noch nie. Mit denen geh ich Samstag auf ein Konzert. Es kann nur besser werden.

Ich in Flamman

Ich in Flamman

Am Dienstag habe ich als Bewohner von Flamman bei dem im Wohnheim integrierten Pub meine Flamman-Card abgeholt, damit kann ich jetzt immer an der Schlange vorbei gehen und zahle nur den halben Eintritt. Wird heute direkt mal ausprobiert. Vorher gibts noch ne kleine Party bei den Franzosen in der Wohnung.

Zu den Bildern: Die vom Kajaktrip bekomme ich dieses Wochenende und werde sie schnellstmöglich nachreichen.
Die in diesem Eintrag hier, sind gesammelte Werke der letzten Zeit ohne Bezug zum Text. Abgesehen vom Moneybrother-Bild.

Woche 1, Kajaktrip, Woche 2

31. August 2009

Gestern Abend war nix mehr drin, dafür dann aber jetzt. Das Wochenende war mein bisheriges Schweden-Highlight. Aber ich fang’ mal vorne an:

Letzte Woche hatte ich jeden Tag ein paar organisatorische Dinge, ein bisschen politische Bildung und Nachtmittags nen Schwedisch-Intensiv-Kurs.
Insgesamt hat sich auch hier wieder der Eindruck gefestigt, dass hier Organisatorisch nichts dem Zufall überlassen wird. Alles perfekt durchgeplant und Fehler ist ein Fremdwort.

Am Montag wurde uns neben der offiziellen Begrüßung durch den Vize-Dekan (eigentlich wars ne Frau, ich weiß aber nicht, was die weibliche Form von “Dekan” ist. Wenns jemand weiß: Bitte in den Kommentaren vermerken) auch die Wochenaufgaben verkündet:

  1. Ein Vergleich des Gesundheit- und Sozialsystems des Heimatlandes mit dem von Schweden
  2. Einen Learning Plan für jedes gewählte Fach entwerfen

Während sich unter dem ersten Punkt wirklich jeder was vorstellen konnte (wir 7 Deutsche durften uns auf 2 Gruppen aufteilen und so Gesundheit und Soziales trennen), war das bei Punkt 2 nicht so einfach. Diese Learning Plans stellen einen elementaren Teil des Problem-Based-Learning (PBL) dar. Hierbei geht es darum, dass sich jeder Student mit den gewählten Fächern auseinander setzen soll und für sich selbst herausfinden soll, was er im Unterricht erreichen und erlernen will. Ziemlich interessant, aber viel aufwändiger als gedacht. Dazu später mehr (Abgabetermin Freitag, also siehe bei Donnerstagabend).

Der anschließende Sprachkurs fing zum großen Erschrecken derer, die schon Vorkenntnisse hatten beim Alphabet an. Also wirklich: “Aaaa”, “Beee”, … zum Glück konnten wir am Ende des Kurses aushandeln, dass die Teilnahme am Dienstag freigestellt wurde.

Dienstag wurde uns dann das Schwedische Gesundheitssystem vorgestellt. Ich war überrascht, wie schwer es hier ist, einen Arzttermin zu bekommen: Wenn man krank ist, ruft man in der Vardcentral an. Das ist so etwas wie ein Ärztehaus und fungiert sozusagen als Eintrittspforte in das Gesundheitssystem. Wenn die Krankenschwester am anderen Ende entscheidet, dass man krank genug ist, wird man an einen Arzt weitergeleitet. Der entscheidet dann, ob man einen Termin bei ihm bekommt. Dann wird dieser Termin wahrgenommen, bei dem dann entschieden wird, ob man krank genug fürs Krankenhaus ist. Und so weiter, und so weiter…
Auch krass: Jeder muss einen Arztbesuch zum Teil bezahlen. Auch wenn eine Krankenhausbehandlung “nur” 300 SEK (= 30 €) kostet, läppert sich das mit der Zeit. Für chronisch Kranke, gibt es dann aber doch einen Jahreshöchstsatz.

Nach dem Schock hab ich den nachmittäglichen Sprachkurs natürlich geschwänzt. Abends Biertrinken in Ryd.

Mittwoch gabs, außer dem Pflicht-MRSA-Screening (MRSA ist der “Krankenhauskeim”, für die Nicht-Mediziner unter euch) für jeden, nix spektakuläres. Achso, abends Burgeressen und Biertrinken in Flamman.

Auch Donnerstag tagsüber nix dolles. Nach dem Sprachkurs war ich gegen 5 zuhause und hab mich dann auch irgendwann an meine Learning Plans gesetzt. So toll die Idee auch ist, sie ist verdammt zeitaufwändig, wenn man es gescheit machen will. Nach dem 3. Fach hab ich deswegen grundlegende Punkte (Kontakt mit Patienten verbessern, Basic-Untersuchungen der häufigsten Erkrankungen lernen) einfach kopiert. Ob das jetzt klug war, weiß ich nicht. Habe seitdem nichts mehr von unserer Dozentin gehört. Trotz dieser vermeintlichen Zeitersparnis war ich viel zu spät im Bett.

Freitag dann schnell die Präsentation gehalten und zu 2 übereinstimmenden Erkenntnissen gekommen:

  1. Die Mischung aus allen Systemen wäre das perfekte (Riesen-Überraschung! Woohoo!)
  2. In der Vorklinik sollte es ein Fach geben, das Studenten das deutsche Gesundheitssystem nahe bringt. Essentiell und unheimlich Interessant.

Trotz des Donnerstag spontan geplanten Kajaktrips, hatte die schon seit Mittwoch geplante Party in Flamman am Abend Vorrang (Samstag Abfahrt um 13 Uhr). Großartiger Abend. Langer Abend.

Ausschlafen war am Samstag allein schon wegen der Zubettgehzeit nicht mehr möglich, die lauten Gesänge von schwedischen Erstis ab 10 Uhr vor meinem Fenster hätten den Plan ohnehin zunichte gemacht. Mächtig müde, aber mit viel Restpegel war die Hinfahrt umso lustiger.

Im Prinzip kann ich über das Wochenende gar nicht so viel erzählen. Ohne die Bilder ist das witzlos. Die reiche ich nach. Es war großartig.
Das erste Highlight kurz vor Ankunft: 4 Elche kreuzen kurz vor unserm Auto die Straße. Eine ganze Familie. Mutter, 2 Kälber und Vattern. Unheimlich, wie groß die Tiere in Echt sind. Alle Kamerabesitzer im Auto waren in Panik. Der Schwede an Bord (Johannes) und ich blieben ruhig, er, weil er wohl schon hunderte Elche gesehen hat, ich, weil ich keine Kamera hatte. Das Ende vom Lied: Kein Bild, die Elche waren zu schnell.
Gegen 4 beim Kajakverleih in den Schären (Sankt Anna) angekommen, dann schnell Zelte aufgebaut und ein bisschen die Gegend erkundet. Abends auf einem Felsen mit atemberaubendem Blick auf das Meer ein Lagerfeuer gemacht. Achso und: Bis spät in die Nacht Bier getrunken. Ein Traum. Die Landschaft ist einfach überwältigend. Ich hoffe es gibt schöne Bilder.

Ich durfte das Zelt mit Johannes teilen. Fand ich gut – er nicht so richtig. Habe wohl ziemlich geschnarcht und ihm das schlafen schwer gemacht…

Gegen 1 sind wir nach langem Frühstück und Abbauen dann tatsächlich aufs Wasser gekommen. Kajakfahren macht unheimlichen Spaß. Ich will das unbedingt öfter machen und auch in Deutschland auf den Flüssen umherpaddeln!
Irgendwann nachmittags haben wir auf einer der vielen kleinen Inseln zu Mittag gegessen und konnten innerhalb von Minuten zusehen, wie sich der eben noch blaue Himmel schwarz färbte. Zum Glück waren wir bei dem anschließenden Regen nicht auf dem Wasser, sondern konnten uns im Wald unter Bäumen schützen.

Als ich um neun endlich wieder geduscht hatte, hätte ich besser sofort schlafen sollen. Hab ich aber nicht, und dass obwohl ich es echt nötig hatte (5 Nächte Schlafentzug vorher). Das war dumm. Heute morgen (erster echter Uni-Tag) war ich doch leicht müde.

Ich bin auf der HNO-Station der einzige Student, weil die schwedischen Studenten, die eigentlich HNO hätten erst 2 Wochen Theorie machen und dann in die Praxis einsteigen. Das ist sehr gut, weil ich perfekt umsorgt werde und die Arbeit auf der Station relativ ruhig ist. Ansonsten fällt es mir noch relativ schwer, den schwedischen Unterhaltungen zwischen Arzt und Patient zu folgen. Im Prinzip ist es das anstrengendste vom ganzen Tag gewesen. Nach der jeweiligen Behandlung hab ich dann schnell auf Englisch mit dem Arzt geredet und überprüft, ob ich alles verstanden habe.

Grundsätzlich gleicht meine Uni hier einer 3-monatigen Famulatur (Praktikum). Ich glaube ich werd’ ne Menge lernen in den verschiedenen Fachrichtungen.

Dazu später mehr. Ich muss heute früher ins Bett. Morgen ist um 7:45 Visite. Würde auffallen, wenn der einzige Student der Station zu spät kommt.

Gute Nacht!

Wochenende

29. August 2009

In einer Stunde fahre ich mit 9 Anderen auf einen kleinen selbst-organisierten Kajak-Trip. Es geht Richtung Sankt Anna, eine Stadt ungefähr eine Stunde entfernt von hier.
Je nach dem, wann ich Sonntag wieder komme, gibts einen neuen Eintrag mit den ganzen Infos aus der vergangenen Woche und einem Bericht vom Wochenende. Hoffentlich auch ein paar Bilder, leider habe ich keine gemacht und werde auch die Kamera nicht mitnehmen (zu gefährlich mit Wasser und so), aber ich werde mir ein paar geben lassen!

Bis Sonntag